Die Entwicklung und Geschichte der Pokale


Tag täglich sind wir von Pokalen umgeben; wir entwerfen sie und stellen sie in Handarbeit selbst her. Ihrer Bedeutung nach, sind Pokale für uns in erster Linie Sportthrophaen, Preise die an Sportler für besondere Leistung vergeben werden. Vor kurzem stellten wir uns die Frage nach der Entwicklung der Pokale, die Frage nach dem WOHER! Viel Interessantes entdeckten wir über Pokale, deren Entwicklung und Geschichte, die bis in das Altertum reicht.

Als ein Pokal ( ital. boccale) wird ein großes, prunkvolles kelchartiges Trinkgefäss mit Fuss aus Metall u.dgl.bezeichnet – diese Erklärung verdeutlicht den ursprünglichen Sinn von Pokalen, sie waren Gebrauchsgegegenstände und dienten als Gefässe, in unterschiedlicher Form – meist aber in kleiner Grösse, zur Aufnahme von Flüssigem oder Festem in der Hauswirtschaft.

Neben dieser praktischen Seite der Pokale, umgibt sie in der Beschreibung als Kelch etwas Mystisches und Symbolhaftes! In erster Linie umhüllt den Kelch eine sakrale Aura, seine Form erinnert an das Himmelsgewölbe und an empfangende Hände (auch wir spötteln über manchen misslungenen Pokal-Designentwurf mit den Worten:"sieht aus wie eine Urne"). In seiner Mystik und Symbolik ist der Pokal/Kelch komplex und reicht von materiarchalen Vergleichen vom Gefäss des Schosses, über Gottes Blutkelch bis zum universellen Symbol für Wasser. Heute steht der Kelch im Tarot für Wasser; Gefühl und Intuition.

In ihren Ursprung in der Entwicklung als Trinkgefäss, hatten die ersten Pokale eine Napfform und waren ausgehöhlte Kürbisschalen, Kokosnüsse und sogar menschliche Schädel. Die Sitte, aus den Schädeln der Feinde zu trinken, war im Altertum bei vielen Völkern (Kelten, Bojern und Skordiskern) weit verbreitet. Auch die Schädel der christlichen Märtyrer und Heiligen wurden in frühmittelalterlicher Zeit in Kirchen und Klöstern sorgfältig aufbewahrt und vielfach als Trinkgefäß benutzt.

Im Zuge der weiteren Entwicklung wurden die Trinkgefässe aus Thon gefertigt und gebrannt. Diese Verfahrenstechnik ermöglichte es, den Gefäßen eine individuelle Form zu geben. Bei Grabungen wurden Gefäße gefunden, die schon damals die Form von den uns heute bekannten Pokalen haben, also einen Kelch, Stiel und einen Fuß. Durch die weitere Entwicklung des Kunsthandwerks wurden die Pokale mit Malereien oder Reliefen reich verziert. Mit der Entdeckung verschiedener Metalle, wurden die Trinkgefäße aus Metall gefertigt. Die Römer trieben einen besondern Luxus in der Fertigung von Trinkgefäßen aus Edelmetall und Kristall. Pokale aus der römischer Zeit sind bis heute erhalten geblieben.

Die weitere Verfeinerung und auch Verwendung der Trinkgefäße war nun weniger von der Technik als von der sich veränderten Kultur beeinflusst. Es entwickelte sich aus den reinen Trinkgefäßen die Pokale mit symbolischen Werten. Im Christentum wurde der Kelch, oder auch Pokal, Teil der sakralen Handlung in Form des Abendmahls, insbesondere des letzten Abendmahls, wo durch sich auch die Sage um den Heiligen Kral entsponnen hat.

Etwa um 1500 n. Chr. erlebten das Handwerk und der Handel einen Aufschwung, da die großen Königshäusern sich an die Kultur der Tafel und des Genießens aus schönen Gefäßen erinnerten und es wieder aufleben ließen.

Im Mittelalter entwickelte sich aus dem Abendmahlskelch als bevorzugtes Trinkgefäß bei feierlichen Gelegenheiten der Pokal, als ein auf einen mehr oder minder hohen, gegliederten Fuß gestellter Becher mit und ohne Deckel. Im alltäglichen Gebrauch waren weiterhin Humpen, Krug, Kanne und Becher die üblichen Trinkgefäße.

In Form und Aufbau dem Kelch verwandt, wurde der Pokal allmählich zum Prunk- und Schaugefäß und als solches im 15. und 16. Jahrhunderts aus Gold oder vergoldetem Silber gefertigt mit reichem Schmuck in Relief und frei stehenden Figuren, in Email, Edelsteinen und Perlen versehen. Zu den Prunkpokalen gehörten größtenteils Deckel mit Knöpfen und Griffen, die meist aus Köpfen oder Figuren bestanden. In Bauch und Deckel waren gelegentlich Münzen eingelassen. Die von der Gotik festgestellte Form des Pokals erhielt sich bis in 18. Jahrhundert. Größere Pokalsammlungen können im Grünen Gewölbe in Dresden oder auch in der Rothschildchen Sammlung in Frankfurt am Main besichtigt werden.

Durch einen besonderen gestalterischen Aufwand zeichneten sich die Trinkgefäße aus. Der Pokal, der gefußte Becher bereicherte das Formenrepertoire der Tafel. Pokale in der Gestalt von Blüten und Früchten, Buckelpokale und figürliche Pokale von zum Teil beeindruckender Größe entstanden im 16. Jh. weniger als Gebrauchs-, denn als Schaustücke. Ab 1650 verdrängte das Glas die metallischen Pokale aus der Tischkultur. Die Form des Pokals fand sich natürlich im Aussehen der Gläser wieder und ist bis heute in unterschiedlichen Formen beibehalten. Dem Pokal kam eine neue Aufgabe zu. Er wurde überwiegend als Ausstellungsstück genutzt. Ebenfalls wurde und wird er für besondere Leistungen verliehen, wie z.B. im Sport.

Dass die Größe von Pokalen alles andere als unerheblich war, zeigt die Legende des Bürgermeisters Nusch von Rothenburg. Oder wie ein Pokal eine ganze Stadt retten kann:

Nach der Besetzung der Stadt wollte der Feldherr Tilly, dass die Bürger für ihren geleisteten Widerstand streng bestraft werden. Es war in solchen Fällen üblich, daß alle wehrfähigen Männer hingerichtet wurden und die Stadt abgebrannt wird. Verständlicherweise waren die Bürger davon nicht begeistert. Um sich bei dem Feldherrn einzuschmeicheln, begrüßten sie ihn mit einem großen Pokal Wein als Willkommenstrunk. Tilly und alle seine Offiziere tranken aus dem Pokal, ohne daß dieser dabei leer wurde. Da machte der Feldherr den Bürgern von Rothenburg ein Angebot: Wenn ein Rothenburger es fertig brächte, den Pokal in einem Zug zu leeren, dann sollte die Stadt mit ihren Bürgern von der Strafe verschont bleiben. Und tatsächlich: der Altbürgermeister Nusch wagte die Prüfung und trank den Pokal leer, ohne einmal abzusetzen. Damit war die Stadt und ihre Bürger gerettet. Aus dieser Legende entwickelte sich ein Theaterstück, das heute noch aufgeführt wird.

Als der älteste, bekannte Sport-Pokal gilt der America´s Cup:

1851 auf der Weltausstellung fordere der New Yorker Geschäftsmann John Stevens die englische Flotte heraus. Überzeugt von Ihren Fähigkeiten nahmen die Engländer die Herausforderung an. 14 Schiffe schickten die Engländer ins Rennen um die Insel Wight. Der einzige Gegner der Engländer war die “America”, ein 30 Meter langer Schoner des New Yorker Yachtclubs. Dieses Schiff wurde für die damalige Zeit für unvorstellbare 45.000 Dollar nach dem heimischen Vorbild der Lotsenschiffe gebaut. Lotsenschiffe waren ganz auf Geschwindigkeit getrimmt, denn wer als erstes ein einlaufendes Schiff erreichte, hatte den Auftrag. Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Amerikaner den Pokal gewannen. Der Pokal, landläufig in Seglerkreisen auch die „hässliche Kanne“ genannt, ist nunmehr 156 Jahre alt.

So kommt dem Pokal heute kaum mehr ein materieller Wert zu, sondern er ist ein Symbol für außerordentliche Leistung.

Verfasser: Andreas Mikulla

Literaturnachweis:
www.wikipedia.de – www.br-online.de – www.aerzteblatt.de – www.meyerskonversationslexikon.de -www.bbaw.de – www.comunitativalenciana.com

Power-Pokale Aktionspakete

Art.Nr. L079/8
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Größe: 33cm – 43cm
Serienpreis 69,95 Euro.